BT vom 01.10.2009
Bühl
Heinz Moll übernimmt morgen die Leitung der Kappelwindecker Bachschlossschule / Heute letzter Arbeitstag in Durmersheim
Mit kooperativem Arbeitsstil überzeugen
Der lichten Stuhlreihen in den Klassenzimmern zum Trotz: An der Bachschlossschule ist der Rektorensessel wieder besetzt. (Foto: Margull) Bühl (gero) - Das Kultusministerium hat entschieden - und sich über das Votum der Schulkonferenz und des Bühler Gemeinderats hinweggesetzt: Neuer Rektor an der Bachschlossschule Kappelwindeck wird Heinz Moll. Der 41-jährige Pädagoge mit Wohnsitz in Oberachern tritt morgen seinen Dienst an. Seit 2004 ist er Rektor an der Durmersheimer Hardtschule. Dort wird er sich heute vom Kollegium und von den Schülern verabschieden.
Heinz Moll tritt die Nachfolge von Ulrich Hassenstein an, der zum Ende des vergangenen Schuljahres in Pension ging. Seither hat Konrektor Peter Hirn die Schulleitung kommissarisch übernommen (wir berichteten).
Die Entscheidung fiel alles andere als einvernehmlich. Während sich das Staatliche Schulamt Rastatt und das Regierungspräsidium Karlsruhe auf Heinz Moll als neuen Rektor verständigten, favorisierten Schulkonferenz und Gemeinderat einen anderen, zweiten Bewerber. Oberbürgermeister Hans Striebel begründete die eindeutige Empfehlung des Gemeinderats für diesen Kandidaten im BT-Gespräch Mitte Juli wie folgt: "Der Mann ist beruflich erfahren, in der Region verwurzelt und kennt die Verhältnisse bestens." Seine Hoffnung, dass "die Entscheidungsträger unser Votum akzeptieren", erfüllte sich gleichwohl nicht. Da Schulträger und Schulkonferenz lediglich ein Anhörungsrecht besitzen, lag die Entscheidung bei diesem "Dissensverfahren" letztinstanzlich beim Kultusministerium. Und das folgte der Bewertung des Schulamts.
Deren Leiterin, Anja Bauer, kommentierte die Personalie kurz und bündig: "Herr Moll erwies sich als der qualifiziertere Bewerber." Für ihn habe auch gesprochen, dass er bereits Schulleiter-Erfahrung vorweisen könne und die "Überprüfungskommission" mit "klaren Vorstellungen" überzeugt habe. Von einem Gesprächsangebot seitens des Schulamts hätten weder die Stadtverwaltung als Schulträgerin noch die Schulkonferenz Gebrauch gemacht.
Die offizielle Bestätigung der Stuttgarter Entscheidung ging am Dienstag bei der Rastatter Schulbehörde ein, am selben Tag, so Anja Bauer, habe sie dann Heinz Moll in Kenntnis gesetzt.
Dieser wiederum informierte gestern Vormittag sein Durmersheimer Kollegium und die Schüler von seinem Dienstwechsel. Letztere seinen "ganz traurig gewesen", schildert der Pädagoge erste Reaktionen. Viel Zeit zum Abschied nehmen bleibt ihm nicht. Bereits morgen tritt er seinen Dienst in Kappelwindeck an.
Er tut dies ohne Ressentiments oder Vorbehalte: "Ich werde offen auf die Kollegen zugehen und das Gespräch mit dem Schulträger suchen", betont er. Und: "Ich hoffe, dass die Entscheidung akzeptiert wird und ich mit meiner Arbeit überzeugen kann." Auch ist er zuversichtlich, dass er mit Konrektor Peter Hirn eine "kooperative Zusammenarbeit" hinbekommt.
Seine Bewerbung für die Hassenstein-Nachfolge macht er vor allem am pädagogischen Leitbild der Schule fest: als "Ort mit angenehmer Lernatmosphäre". An der Bachschlossschule werde dieses Ideal gelebt. Ihm imponiert auch die aktive Rolle der Schülermitverwaltung und des Fördervereins.
Moll reizen neue Herausforderungen in einem von gesellschaftlichen Herausfsorderungen geprägten Schulwesen. Spontan fallen ihm die im kommenden Schuljahr anstehenden Veränderungen der Werkrealschulen ein. Aber auch ansonsten sei "vieles im Umbruch".
Bühl schätzt er als "Kultur- und Schulstadt" und ganz nebenbei auch die Nähe zu seinem Wohnsitz in Oberachern. Statt 50 Kilometer nach Durmersheim braucht er ab morgen nur noch knapp zehn Kilometer zu seinem Arbeitsplatz zurückzulegen. Dies sei aber nicht das entscheidende Kriterium für seine Bewerbung gewesen, betont der Rektor, der als Hobbys Lesen, Reisen, Wandern und Kochen angibt.
Zur offiziellen Vorstellung und Amtseinführung morgen um 10.15 Uhr kommt Heinz Moll nicht alleine. Er wird begleitet von Schulamtsdirektorin Gabriele Weinrich. Bei dieser Gelegenheit wird er nicht nur seine Kollegen, sondern auch seinen Stundenplan kennenlernen. Studiert hat er einst die Fächer Technik, Mathematik und Religion. Aber selbst, wenn hierfür kein Bedarf bestehe, sei ihm nicht bange: "Ich habe nahezu schon alles unterrichtet."

|
|
|