Die Bühler Polizei informierte über Gewaltvideos
21.03.2007
Die Elternbeiratsvorsitzenden Ulrika Gehring und Andrea Sälzer luden Eltern und das Lehrerkollegium ein zu einer Informationsveranstaltung der Polizei Bühl. Aus gegebenem Anlass referierten Jugendsachbearbeiter des Polizeireviers Bühl über "Snuff-Videos" und "Happy Slapping"- Gewalt- und Pornovideos auf Schülerhandys. Karlheinz Biereth und Bernhard Schölzel machten deutlich, dass dieses Thema auch im Landkreis Rastatt aktuell ist. Vor wenigen Wochen erst wurden bei 12- 13 Jährigen Jungen in Bühl Handys beschlagnahmt, auf denen "Snuff-Videoos" gefunden wurden. Solche Filme zeigen extreme
Gewaltdarstellungen wie Enthauptungen, Vergewaltigungen und Leichenschändungen.
Häufig handelt es sich hier um reale Szenen, zum Beispiel aus dem Kosovo-Krieg oder aus dem arabischen Raum. Diese werden aus dem Internet heruntergeladen und auf die Handys übertragen. Ein Großteil der 12 - 13-Jährigen besitzen ein eigenes Handy, die meisten dieser Handys haben die Möglichkeit, Filme und Fotos aufzuzeichnen - über Computer oder auch drahtlos. Eine Untersuchung an einer Hauptschule in Hessen zeigte, wozu diese Technik häufig genutzt wird: Von 45 Schüler kannten 39 Gewaltvideos und 22 hatten sie au dem eigenen PC.

Im Ausland, wie in den Niederlanden oder der USA ist das Verbreiten solcher Darstellungen erlaubt. In Deutschland ist zwar die Verbreitung strafbar, nicht jedoch das Herunterladen. Auch eigene Filme werden hergestellt. So wurde im Juni 2006 im Ortenaukreis die Vergewaltigung einer 17-Jährigen mit dem Handy gefilmt und verbreitet. Häufig werden Gewaltszenen auch nachgestellt. Die Referenten verschonten die Besucher nicht und zeigten einige Bildmaterialien, die im Umlauf sind.
Die Polizei rief zur Prävention auf, bevor Verstörung und Realitätsverlust, Verrohung und durch Nachahmung Kinder und Jugendliche sich strafbar machen. Medienkompetenz bedeute, dass sich nicht nur die Kinder mit der Technik auseinander setzte, sondern auch Eltern und Lehrer. Die Kinder sollten durch ihre Eltern auch kontrolliert werden. Erziehung zu Verantwortung und Stärke durch die Vermittlung von Werten soll die Kinder und Jungendliche befähigen, diesem rasant sich ausbreitendem „Medienproblem“ couragiert entgegentreten zu können.
Rektor Hassenstein, Bernhard Schölzel,
Ulrika Gehring, Karlheinz Biereth
(Text in Auszügen aus: BT vom 01.02. 2007
„Bühler Kinder mit Gewalt-Videos erwischt“)
Snuff-Videos
Der Begriff „Snuff”-Video leitet sich ab vom englischem Verb „to snuff out” ([jemanden] „umbringen“, [eine Kerze] „ausblasen“, [ein Leben] „auslöschen“).
Videos dieser Art sind im Internet zu finden und können über einschlägige Webseiten sowie über Tauschbörsen heruntergeladen werden. Die Inhalte dieser Dateien reduzieren sich meist auf kurze, zusammenhangslose Tötungsdarstellungen. Dabei handelt es sich entweder um Ausschnitte von Film-/Video-Produktionen oder um Dokumentationen tatsächlicher Tötungen wie Enthauptungen, Steinigungen, Verbrennungen- Leichenschändungen, etc. Diese werden regelmäßig von Terroristen oder Kriegsmilizen im Internet veröffentlicht im Wissen, dass „naive“ Betrachter diese Filme herunterladen, in Umlauf bringen und so (un-)gewollt die eigene Propaganda unterstützen.
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Happy Slapping
Der Begriff „Happy Slapping“ stammt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet „fröhliches Einschlagen“. Hierzu nutzen die Täter Handys mit integrierter Kamera, um zuvor geplante oder wahllos durchgeführte Gewalttaten zu filmen immer mit der Absicht, diese Videos später im Internet zu verbreiten oder per Kurzmitteilung (MMS) zu versenden.
Die vorhandene Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen hat vielfältige Gründe. Das Klima in der Klasse, der Schule oder der Clique kann ein entsprechendes Verhalten begünstigen. Nachweisbar ist ein Zusammenhang mit dem häufigen Konsum gewalthaltiger Computerspiele, Video- und Fernsehfilme sowie von TV-Shows. Als Motiv für „Happy Slapping“ gilt das Bedürfnis, sich mit „Extremhandlungen“ zu brüsten und diese „Heldentaten“ als „Videobeweise“ zu dokumentieren.
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